funktionelles Training

funktionelles Training als Trend?

Fast schon ein Schimpfwort, aber es beschreibt immer noch am besten was es ist!
Funktionelles Training ist eine alltagsrelevante und sportartübergreifende Trainingsform da sie komplexe Bewegungsabläufe, die mehrere Gelenke und Muskelgruppen gleichzeitig beansprucht beinhaltet.
Anstatt eingeengt in einer Maschine einen Bewegungsablauf zu absolvieren der vorgegeben ist, können wir unseren gesamten Körper und alle Muskeln und Muskelgruppen einsetzen um eine Bewegung zu machen!
Besonders die Mehrgelenkigkeit der Bewegungen macht den Unterschied zum herkömmlichen “Fitness” Training aus.
Bislang war es – und ist es in weiten Teilen auch immer noch – so, dass “Fitnesstraining” aus der monotonen Aneinanderreihung von eingelenkigen Muskelkontraktionen besteht. Die Mitglieder der Fitnessstudioketten rätseln wohl bis heute, warum ihr Training so langweilig und monoton sein muss.

Keine Frage, das immer wieder gleiche Strecken und Beugen einzelner Muskeln an Maschinen bringt Kraft. Aber fit im Sinne von “ganzheitlich fit” macht es mit Sicherheit nicht!

functional training als neue Trainingsmethode

Schluss mit lustig: das funktionale Training ist seit mehreren Jahren auf dem Vormarsch und wird nicht nur beim Profitraining eingesetzt sondern es gewinnt immer mehr an Bedeutung in Amateurmannschaften und im Individualsport – und sorgt damit für ein Umdenken beim Krafttraining. Es hat Gründe warum sich die Fußball Nationalmannschaft unter Jogi Löw bei der WM in Brasilien parallel zum Fußballtraining mit funktionalem Training fit gehalten hat. Und wie wir alle wissen sehr erfolgreich!
Im funktionalen Training wird komplett auf Maschinen und isolierte Bewegungen verzichtet, es macht den Körper zum effektiven Trainingsgerät, zur Maschine. Wo üblicherweise Geräten die Führung und Teile der Sportmotorischen Fähigkeiten überlassen werden, müssen jetzt bei freien und dreidimensionalen Übungen wie Ausfallschritten, Kniebeugen, Sprünge, Klimmzügen und Stütz-Varianten die eigene Bauch- und Rückenmuskulatur den Rumpf (neudeutsch “Core”) stabilisieren.

Der entscheidende Vorteil liegt auf der Hand: Der Körper wird durch diese komplexen Übungen in seiner Gesamtheit gekräftigt und nicht nur in seinen Einzelteilen optimiert. Logische Konsequenz ist es daher, dass dadurch die natürlichen Bewegungsabläufe gestärkt werden.
Im Alltag, beim Laufen, Springen, Gehen oder Werfen arbeiten unterschiedliche Muskeln fein dosiert zusammen, um die Kraft von einem auf das nächste Körperteil zu übertragen – in Muskelketten von den Beinen über Hüfte, Po und Rumpf bis in den Schultergürtel und die Arme. Wenn bspw. die Rumpfmuskulatur zu schwach ist oder die Koordination nicht stimmt, verpufft die Energie. Am einfachsten kann man sich solch einen Übertrag an Energie bei einem Golfer anschauen der den Ball abschlägt.

die Verletzungsgefahr sinkt

Die Zusammenarbeit von Kopf und Muskulatur ist ein entscheidender Faktor wenn es um das trainieren von Bewegungsmustern geht. Wenn man Bewegung wissenschaftlich betrachtet, so kann man sagen, dass für jede Bewegung Hard- und Software eingesetzt werden muss – eben Muskeln und den Kopf.
So kann man klassisches Krafttraining als reines Hardware-Training bezeichnen, wo hingegen das funktionale Training an der Hard- und Software arbeitet und das Zusammenspiel optimiert.
So wird beim funktionalen Training neben Kraft und Koordination auch Ausdauer, Schnelligkeit, und die Beweglichkeit verbessert und das Körpergefühl und Wahrnehmung optimiert. Dadurch, dass alle diese Faktoren zusammenkommen und Gelenke und Muskeln stabilisieren wird die Verletzungsgefahr bei Sportarten und im Alltag signifikant gesenkt.

So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Sportwissenschaftler, Therapeuten, Trainer und Leistungssportler das funktionale Training schon länger nutzen.
Auch wenn wir als Amateursportler nicht in der Intensität wie Profis trainieren (sollten), so bleiben die Inhalte und das Training an sich gleich. Eine Kniebeuge ist eine Kniebeuge, lediglich die Intensitäten sind anders.
Mit CrossFit und Outdoor-Bootcamps etablieren sich deutschlandweit studiounabhängige Anbieter, zudem setzen viele neue Kurse auf das Ganzkörper-Konzept.

altbewährtes neu entdeckt – der Medizinball kommt zum Einsatz

Das Prinzip des Trainings ist überall gleich: Der Fokus liegt auf dem eigenen Körpergewicht und speziellen Geräten wie Langhanteln, Kettlebells und Rudergeräten.
Der Sandbag – ein gefüllter Sandsack – wird getragen, geschleudert oder geworfen. Auch der altbewährte Medizinball kommt wieder zum Einsatz, eben so wie Turnringe, Sprungböcke (Plyoboxen) oder Seile. Die Besonderheit all der Trainingsgeräte ist, dass sie in unterschiedlichen Ausführungen und Gewichtsstufen verfügbar sind und von den Athleten die gesamte Körpermuskulatur fordern da der gesamte Körper permanent stabilisiert und ausbalanciert werden muss.

auspowern mit Ziel und System

Das Trainingsmotto ist so simpel wie effektiv: Die Workouts (WOD = workout of the day) sind entweder Zeit basiert oder Wiederholungen werden gezählt.
Die Workouts dauern ca. zwischen 3 und 60 Minuten, wobei es meist zwischen 7 und 20 Minuten dauert. Die WOD sind intensiv, abwechslungsreich und an Effektivität kaum zu überbieten, was auch bedeutet, dass Körperfett in Rekordzeit schmilzt und echte Muskeln aufgebaut werden. Frei nach dem Motto aus dem CrossFit:
constantly varied functional movements executed at high intensity
Da alle Übungen individuell angepasst werden können, eignet es sich bestens für Anfänger und auch ältere Meschen gleichermaßen. Schließlich stammt die Idee aus der Sport- und Physiotherapie – dort stärken die ganzheitlichen Übungen lädierte Muskeln und Gelenke.